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Warum heißt Ihr eigentlich STUTTGARTER JUNXX?

Der Name entstand nach einem langwierigen Brainstorming der Gründer und wurde bei der Gründungsversammlung am 24. Oktober 2004 einstimmig zum Fanclubnamen gewählt. Einerseits erinnert er an den Stadiongesang „Stuttgarter Jungs“, andererseits ist er eine Reminiszenz an den ersten schwul-lesbischen Fußballfanclub in Deutschland, die Hertha-Junxx aus Berlin.

 

 

Ich interessiere mich für eine Mitgliedschaft bei den STUTTGARTER JUNXX. Wie kann ich mich über den Fanclub informieren? Wie kann ich Euch kennen lernen?

Setz Dich einfach mit einem unserer Vorstandsmitglieder in Kontakt. Oder komm doch einfach mal mit uns zu einem Heimspiel des VfB. So kannst Du Dir am besten ein Bild von uns machen.

 

 

Was habe ich von einer Mitgliedschaft bei den STUTTGARTER JUNXX?

Als Mitglied der STUTTGARTER JUNXX kannst Du alle „Leistungen“ des Fanclubs in Anspruch nehmen: Wir wickeln für Dich den Kauf von Tickets für VfB-Heimspiele ab, organisieren Auswärtsfahrten und machen gemeinsame Ausflüge sowie Feste. Viele unserer Mitglieder unterstützen durch ihre Mitgliedschaft auch einfach nur die Idee, Schwulen und Lesben im Fußball „eine Stimme zu verleihen“ um Diskriminierung und Ausgrenzung in Zukunft zu minimieren.
 

 

Warum überhaupt ein schwul-lesbischer Fanclub? Grenzt Ihr Euch durch eine so explizite Ausrichtung in Wirklichkeit nicht aus? 

Diese Frage bekommen immer wieder gestellt. Ein Stück weit grenzt man sich immer aus, wenn man gemeinsame Interessen oder andere Gemeinsamkeiten (wie die sexuelle Orientierung) öffentlich herausstellt und dadurch eine Gruppe bildet.

Dennoch wollen wir hier kurz erläutern, warum wir unseren Fanclub gegründet haben:

Als wir die STUTTGARTER JUNXX gegründet haben, waren wir es einfach satt, im Stadion von den eigenen (und auch den Gäste-) Fans dauernd beleidigt zu werden. Es gab fast jeden Spieltag Gesänge wie "Schwuler FCB" oder "XYZ ist homosexuell". Das Wort "schwul" wird zur Herabwürdigung und als Schimpfwort benutzt – und nicht nur im Fußballstadion ist das bis heute der Fall.

Unser Gedanke war deshalb: Wir Schwule und Lesben im Stadion müssen irgendwie auf unsere Existenz hinweisen. Es gibt dort mehr Schwule und Lesben als man denkt, allein unser Fanclub hat eine stabile Basis von 90 bis 100 Mitgliedern. Die meisten Menschen im Stadion haben noch nie persönlich Kontakt mit Schwulen und Lesben gehabt. Und das wollten wir ändern.

In unserer Gesellschaft hat sich das Klima gegenüber Homosexuellen in den letzten Jahren zwar sehr stark zum Guten gewandelt – das aber auch nur, weil Schwulen- und Lesbenverbände starken öffentlichen Druck aufgebaut haben, weil Millionen Menschen jedes Jahr bei den Christopher-Street-Days in ganz Deutschland für mehr Rechte und Toleranz/Akzeptanz demonstrieren und sich immer mehr Schwule und Lesben in diesem „Schatten“ trauen, öffentlich (oder zumindest im täglichen Leben) zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Aber gerade im Profifußball ist das Klima noch sehr homophob, daran hat leider auch das Coming-Out unseres Meisterkapitäns von 2007 und aktuellen Sportdirektors beim VfB Thomas Hitzlsperger nur wenig geändert.

Durch die Existenz unseres Fanclubs und der anderen schwul-lesbischen Fanclubs, die sich im Netzwerk Queer Football Fanclubs zusammengeschlossen haben, wird das Thema Homosexualität in die Stadien und die Fußballverbände getragen. Wir haben damit leider nicht nur gute Erfahrungen gemacht, die uns zeigen, dass es um die Akzeptanz noch lange nicht zum Besten bestellt ist. Andererseits sind auch viele Fans auf uns zugekommen und haben gesagt, wie toll sie es finden, dass wir den Fanclub gegründet haben. Insofern klappt der Austausch mit den anderen Fans meistens gut und problemlos. Wir sind in die Fanszene des VfB Stuttgart sehr gut eingebunden und auch die Verantwortlichen des VfB Stuttgart unterstützen uns nach Kräften. So wurden wir beispielsweise vom VfB auch in den Fanausschuss des Vereins berufen.

Das Ausgrenzungsargument greift bei unserem Fanclub insofern nicht, als wir jeden als Mitglied aufnehmen, egal welche sexuelle Orientierung er hat. Entscheidend ist, ob der Mensch durch die Mitgliedschaft unsere Anliegen unterstützen möchte.

Außerdem betonen wir, dass wir ein Fanclub sind, der mit Heimspielbesuchen, Auswärtsfahrten, Grillabenden, Ausflügen etc. die gemeinsame Leidenschaft zum VfB Stuttgart und seiner Mannschaft leben möchten.

Kurzum: Wir sind der Meinung und haben die Erfahrung gemacht, dass man berechtigte Interessen und Anliegen in einer pluralistischen Gesellschaft nur durch Interessenbündelung und Lobbyarbeit durchsetzen kann. Beispielsweise hätte es die Ehe für alle niemals ohne den LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) und seine beharrliche Arbeit über Jahrzehnte hinweg gegeben.

Unsere Gesellschaft ist in der Akzeptanz Homosexueller bisher einen großen Schritt gegangen, dennoch liegt noch sehr viel im Argen, worin wir nach wie vor eine Rechtfertigung für unseren Fanclub sehen. Gerade die derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen zu mehr Hass, Ausgrenzung und Verachtung gegenüber Minderheiten macht unsere Arbeit so wichtig. Damit wir auch in Zukunft frei und selbstbestimmt leben können und uns nicht wieder verstecken müssen, weil wir nicht nur verachtet, sondern auch verfolgt werden, nur, weil wir Menschen sind, mit einer von der Mehrheit abweichenden sexuellen Orientierung.



Welche anderen schwul-lesbischen Fanclubs gibt es? Wo finde ich Informationen dazu?

Es gibt immer mehr schwul-lesbische Fanclubs, und das nicht nur in Deutschland. Einen Überblick über die schwul-lesbischen Fanclubs mit alle weiteren Informationen gibt es auf der Website queerfootballfanclubs.org.